Die Personenfähre an der Jugendherberge

Vom 11.August 1950 bis zum 15.Februar 1971 verkehrte zwischen der Fischbecker Straße und dem Breiten Weg eine Personenfähre.

Die DWZ schrieb am 14.August 1950 zur Einweihung dazu:

 

Fähre mit Jugendherberge im Hintergrund

Erfolgreicher Start der Fähre

Schon am Sonnabend ließen sich 120 Personen übersetzen

Mit Blumen geschmückt und beflaggt, versah das Fährboot an der Jugendherberge am Sonnabend zum ersten Male seinen Dienst. Die vorhergegangene Besichtigung durch die Wasserstraßenbehörde war zur vollen Zufriedenheit verlaufen. Schon am Freitagnachmittag hatten sich die ersten Fahrgäste eingefunden. Wie sehr eine solche Verbindung zwischen dem Breiten Weg und der Fischbecker Straße vonnöten war, das wird aus den Zustrom am ersten Tag ersichtlich, als sich bereits 120 Personen übersetzen ließen. Und über Wochenende und Sonntag hielt der Betrieb an. Die Fähre verkehrt nicht nach einem besonderen Fahrplan, sondern der Fährmann Kurt Brockmann will sich nach seinen Kunden richten. Kommt jemand einen der beiden Uferwege herab, dann holt er ihn über, selbst wenn er gerade am anderen Ufer ist. "Der Fahrgast soll merken, dass ich für ihn allein da bin", meint er dazu.

Am Zugang von der Fischbecker Straße wird jetzt noch ein Fußweg hergerichtet. An der Straße weist bereits ein Schild auf die Fähre hin. Der Zugang führt an dem Zeltlager der Jugendherberge entlang. Am anderen Ufer lässt sich vorläufig nicht viel unternehmen, da dort Hochwassergelände ist. Aber auch dort wird später der Zugang hergerichtet. Die Anlage ist allerdings nicht so dringlich wie im Vorgelände der Fischbecker Straße, wo das Ufer mit Gestrüpp bewachsen ist.

 

Anlegestelle an der Jugendherberge

Das Übersetzen dauert nicht länger als zwei Minuten. Die Weser ist hier etwa fünfzig Meter breit. Aber man spart fast eine halbe Stunde Weg, wenn man vom Breiten Weg in die Gegend der Goethestraße oder gar in die Fischbecker Straße selber gelangen will. Dabei bleibt man abseits des Straßenverkehrs der sich über die Weserbrücke wälzt. Nicht nur die Arbeiter, auch die Besucher des Waldfriedhofs am Wehl werden die neue Einrichtung zu schätzen wissen.

Der Fährverkehr wurde am 15.Februar 1971 wegen Unrentabilität aufgegeben.

 
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