Dreyers Berggarten

Der Berggarten bis zum Brand 1907,
nach dem Brand 1908,
und 2001

Da, wo heute die LUFA, am unteren Hang des Klüt, oberhalb des Platzes, wo voreinigen Jahren noch die Brauerei Förster&Brecke stand, sein Domizil hat, gab es bis 1933 das geräumige Hotel und Gaststätte "Dreyers Berggarten", das für die Hamelner Bürgerschaft und den Fremdenverkehr eine bedeutende Rolle gespielt hat. Als Gaststätte hat es rund 100 Jahre Bestand gehabt. Als um 1825 einige Außenwirtschaften, darunter die Forsthäuser, damit begannen, die Hamelner Bürger Sonntags zu Tanzmusiken herauszulocken, entstand auch etwa 1835 das erste Wohn- und Wirtschaftsgebäude "Dreyers Garten". Regelmäßig fanden dort Tanzmusiken und sogar Theateraufführungen statt.

Im Mai 1862 übernahm Adolph Jeimke das Unternehmen von seinem Schwiegervater Dreyer. Der fing sofort an, neues Leben in den bisherigen Betrieb zu bringen. Es fanden nun auch Militärkonzerte statt, die durch Jahrzehnte hindurch, besonders noch nach der Jahrhundertwende, den Berggarten zu einer Attraktion für Hameln machten. 1881/82 ließ Adolph Jeimke das Haus vollständig und für die damaligen Verhältnisse großzügig um- und ausbauen, um für diese Konzerte und andere Großereignisse die Voraussetzungen zu schaffen. Es entstand  "Dreyers Berggarten", in der die Klütseite der Stadt so beherrschenden gestalt. Zu der Zeit stand dort nur noch das Wohnhaus und die Brauerei von Brecke. Der erste Eindruck von den neuen Haus war so, dass die Zeitung, sicherlich mit großer Berechtigung, schreiben konnte: "Man wird vergebens eine Stadt von der Größe Hamelns suchen, die, ohne Kurort zu sein, ein so komfortables und elegant eingerichtetes und dabei so herrlich gelegenes Etablissement aufzuweisen hat!"

Fast genau ein Vierteljahrhundert lang ist der neue "Dreyers Berggarten" seinen verschiedenen Zielsetzungen mit wechselnden Erfolg nachgekommen. Er ging zum 1.April 1904 in den Besitz von Franz Freckmann über und brannte in der Nacht vom 12. zum 13.Oktober 1907 nahezu vollständig ab. Das Gebäude war gut versichert und entstand in kurzer Zeit größer und schöner, als es gewesen war, wieder neu. Den veränderten Verhältnissen und Bedürfnissen wurden beim Neubau weitgehend Rechnung getragen, so dass der Berggarten wieder einmal ein Glanzpunkt für Hameln und das ganze Weserbergland wurde. Bereits zum Himmelfahrtstag 1908, am 28.Mai,  war der Neubau fertig. Mit dem Beginn des sechs Jahre später ausbrechenden ersten Weltkrieges war es mit dem hochgemuten Leben auf dem Berggarten und mit seiner Hochblüte endgültig vorbei. Auch nach dem Krieg, in der Inflationszeit und darüber hinaus, gelang es nicht mehr, zu den früheren Verhältnissen zurück zukehren. Trotz vielfacher Bemühungen seines Besitzers Fredemann , ging das Geschäft immer mehr zurück, so dass am Ende der Zusammenbruch und der Übergang in den Besitz der Landesbauernschaft standen, die dann das Milchwirtschaftliche Institut und die Molkereischule darin einrichteten. Heute befindet sich im Gebäude die LUFA Nord-West (Institut für Luft und Boden) der Landwirtschftskammer Niedersachsen.

 
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