Die Freilichtbühne am Rittersprung


Die Freilichtbühne im Klüt, in der Nähe des Felsenkellerwegs, wurde kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges geschaffen und war als Dauereinrichtung gedacht. Es sollte keine große Anlage werden mit weitem Blick in die Landschaft, sondern die Bäume des Waldes sollten Kulisse und Hintergrund bilden und auch den Zuschauerraum einrahmen. Man legte den benötigten Platz frei und ebnete ihn ein. Die Zugangswege wurden durch die Anlage bequemer Treppenstufen verbessert. Die Waldbühne war unterhalb des "Rittersprungs" gelegen und konnte von der Höhe des Felsenkellerweges über einen neu geschaffenen Zugangsweg oder über die die Rodelbahn überquerenden hölzerne "SS-Brücke" erreicht werden. Eine Beleuchtungsanlage erhellte die Wege und ermöglichte es auch, für abendliche Veranstaltungen den Strom für die notwendigen Scheinwerferanlagen zu liefern. Für die Zuschauer dienten stufenförmig angelegte, einfache Bankreihen als Sitze. Es konnten 1200 Zuschauer dort Platz finden. Von allen Plätzen aus hatte man eine einwandfreie Sicht. Zwei eigentliche Spielflächen entstanden, ein oberer und ein unterer Bühnenraum. Der feste Bühnenraum wurde aus Bruchsteinen geschaffen und die beiden Spielflächen durch Treppen verbunden. Auf akustische Mittel konnte man verzichten, denn der dichte Baumbestand ermöglichte es, dass das gesprochene Wort überall deutlich zu hören war.
Am 23. Juni 1939 wurde die Bühne mit der Uraufführung des "Spielmanns von Hameln", unter Beisein des Regierungspräsidenten Diels aus Hannover und des Kreisleiters der NSDAP, eröffnet. Einige weitere Aufführungen litten unter schlechtem Wetter, und nach Beginn des Krieges hörten die Darbietungen auf. Wahrend des Krieges versuchte man, die Waldbühne wieder zu beleben, im September 1940 fand dort ein "Buntes Waldfest der Betriebe" statt, außerdem ein Betriebssportfest, ein paar Konzerte und Waldgottesdienste. 
Aber dann wurde es einsam unter dem Rittersprung. Die Holzbänke verschwanden nach und nach, besonders in den Notjahren, als es wenig Heizmaterial gab.

 
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