Die Obensburg, der Schecken und die Schlacht bei Hastenbeck

Der Jagdpavillion

Der Schecken südöstlich von Hameln erstreckt sich mit seinem Hauptkamm von Norden nach Süden. Nach Hastenbeck und Afferde fällt der Schecken steil ab in die Weseraue, die heute geprägt ist von etlichen Kiesseen, da durch den unterschiedlichen Verlauf der Weser in vorgeschichtlicher Zeit hier eine bis zu 70 Meter starke Kiesschicht abgelagert wurde. Nach Osten, im Gutswald von Diedersen hat der Schecken flache Hänge.

Die höchste Erhebung im Schecken ist an der Obensburg mit 286 Meter. Dort findet man einen Jagdpavillon der zum Gut Diedersen gehört, von dem Platz davor kann man nur noch im Winterhalbjahr in das Wesertal schauen, da alles zugewachsen ist verdecken die Blätter den Ausblick. Außerdem findet man dort auf der anderen Seite des Platzes die Kulturgeschichtlich bedeutsamen Reste einer ehemaligen Wallburg. Danach handelt es sich bei der Obensburg um eine Fluchtburg der Ritter von Hastenbeck. Diese hatten jahrhundertelang, bis zu ihren Aussterben um das Jahr 1550, zu beiden Seiten des Bergzuges in Hastenbeck und Diedersen Besitztümer. Im 13. und 14. Jahrhundert waren sie Lehnsleute der Eversteiner Grafen und nach 1408 der welfischen Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Mit ihrem ganzen Besitz, der Dorfbevölkerung, dem Vieh und der Ernte zogen sie bei Gefahr dort hin. Gräben und Wälle der nicht ständig bewohnten Anlage sind noch zu erkennen.

Die zweithöchste Erhebung ist mit 272 Meter die Hohe Stolle. Von dort kann man das Panorama nach Nordwesten auf den Düth, den Morgenstern, den Schweineberg und den Süntel genießen.

Unter dem Schecken fand im Siebenjährigen Krieg die Schlacht bei Hastenbeck statt, die als eine der merkwürdigsten Schlachten der Geschichte gilt. Am 26.Juli 1757 glaubte der Oberbefehlshaber der aus Hannoveranern, Braunschweigern , Hessen und Bückeburgern bestehenden 48.000 Mann starken alliierten Streitkräften, der Herzog William August von Cumberland, Sohn des englischen Königs Georg II., die Schlacht fälschlicherweise für verloren. Er gab das Schlachtfeld und auch die damals starke Festung Hameln preis und lieferte sie den Franzosen aus. Die waren trotz ihrer Übermacht tatsächlich unter ihrem Oberbefehlshaber, dem Marschall d'Estree, geschlagen gewesen, stoppten jedoch den Rückzug, als sie den Irrtum des Gegners erkannten. Für die Hamelner Bevölkerung brach eine Leidenszeit unter Französischer Besatzung an. Das Dorf Hastenbeck wurde bis auf die Kirche, das Pfarrhaus und das Gutshaus total zerstört.

Heute erinnert oberhalb des Ortes ein Denkmal an die Schlacht.

 

 

Quelle: Heimatchronik der Stadt Hameln und des Landkreises Hameln-Pyrmont von Rudolf Feige, Moritz Oppermann, Hermann Lübbers. 1961

 
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