Der Bismarckturm

Bismarckturm und Gaststätte
Der Bismarckturm 2002
Der Bismarckturm 1910

Am Südwesthang des Basberges wählte man die sogenannte Knabenburg (155 m über NN) als Standort des 13,5 Meter hohen Turmes. Bauleiter des Projektes war Baurat Koch, ausführender Maurermeister Christian Wagner, beide aus Hameln. Als Baumaterial wählte man Wesersandstein. Über eine hölzerne Wendeltreppe ist die Aussichtsplattform zu erreichen. Leider ist die Sicht von dort nur im Winter, wenn das Laub der Bäume gefallen ist, halbwegs gut. An der Rückseite des Turmes ist die Inschrift "Erbaut 1910" in Stein geschlagen zu lesen.

Der Bau des Bismarckturmes wurde bereits am 11.Oktober 1901 durch die Hamelner Bürger Postdirektor Breithaupt, Sanitätsrat Dr. Staats und Bankdirektor Zeddies angeregt. Diese Herren gründeten den "ständigen Ausschuss zur Errichtung einer Bismarcksäule im Kreis Hameln" unter Vorsitz von Bürgermeister Meyer. Die Grundsteinlegung fand am 12. August 1909 statt und Gymnasialdirektor Erythropel sprach in abendlicher Feierstunde, als an Bismarcks Geburtstag, dem 01.04. 1910 die Weihe vollzogen wurde.

Der 16.000 Mark teure Bismarckturm wurde nach einem Entwurf des Architekten Professor Wilhelm Kreis gebaut. Ähnlichkeit mit dem preisgekrönten Entwurf "Götterdämmerung", ebenfalls entworfen von Professor Kreis, der 47 mal gebaut wurde (z.B. in Hildesheim), besitzt der Turm durch die Halbsäulen an den Ecken des Turmes. Auf dem runden Abschluss des Turmes wurde eine Feuerschale installiert, diese wurde ursprünglich mit Pech und Harz getränkten Holz befeuert.

In den 1960er Jahren wurde vor dem Turm ein Wohngebäude mit Restaurant und Cafe errichtet. Dieses Gebäude steht zum Verkauf.

 

EXKURS: Geschichte der Bismarcktürme, -säulen oder -warten

Im Jahre 1898 gab es einen Aufruf der Deutschen Studentenschaft an das deutsche Volk, zu Ehren des verstorbenen, ehemaligen Reichskanzlers im ganzen Reichsgebiet Bismarcktürme, -säulen oder -warten zu errichten.

Diese sollten nach einen Wettbewerb der Deutschen Studentenschaft dem preisgekrönten Entwurf "Götterdämmerung" von Wilhelm Kreis entsprechen:

Quadratischer Grundriss, mehrstufiger Unterbau, einfach gehaltener Sockel, Ecken bestehend aus vier Säulen, kapitellartiges Gesims mit Überbau für die Feuersäule. Diese Art wurde 47 mal gebaut, doch auch andere Architekten konstruierten ähnliche Turmentwürfe.

In der Zeit von 1868 bis 1934 wurden insgesamt, soweit bekannt, 238 Türme erbaut.

 
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