Der Storchenbrunnen und Schliekersbrunnen

Das Gasthaus
Das Gasthaus
Der Storchenbrunnen
Der Forellenteich

Die Ausflugsgaststätte und der Brunnen befinden sich auf historischem Grund und Boden. Schon seit 1688 war das Gelände nördlich der heutigen Holtenser Straße als Schießplatz für die Hamelner Bürgerwehr und die Schützenkompanien der Stadt ausgewiesen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: Der Schützenstand der Hamelner Schützenvereine - der Schützengilde und des Deutschen Schützenvereins - sowie das Kreisleistungszentrum der Schützen befinden sich immer noch auf dem Gelände.

Im 20.Jahrhundert wurde der Schießstand mehrmals erneuert und umgebaut:

 

  • Im Jahre 1925 wurde der neue Stand mit einen Schützenschießen, von der Schützengilde und des Deutschen Schützenvereins neu gegründeten "Schießgemeinschaft Schliekersbrunnen" eingeweiht.
  • 1939 wird der renovierte Schießstand durch die Stadt an die NSDAP-Kreisleitung übergeben.
  • Die "Schießgemeinschaft Schliekersbrunnen" baut 1953 den Schießstand erneut um.


Im Jahre 1957 eröffnet die "Schießgemeinschaft Schliekersbrunnen" neben ihren Schießstand eine neue Gaststätte. Diese wurde im Jahre 2000 das letzte mal renoviert und wird im Moment nicht bewirtschaftet.

Der Quelle galt ab 1730 als so genannter Gesundbrunnen für die Hamelner Stadtbevölkerung und war damit Anziehungspunkt für Ausflüge. Da mit dem Glauben der Menschen an die Gesundheit bringende Wirkung des Quellwassers Geld zu verdienen war, entstanden dort einige Hütten mit Bewirtung. Dort wurde den Gast Wein, Kaffee, Bier und Branntwein gereicht. Der siebenjährige Krieg machte dem ganzen ein Ende. Um 1763 wurde eine Sammlung bei den Hamelner Bürgern durchgeführt und die Hütte wieder aufgebaut, die Quelle gereinigt und Tische und Bänke zum Verweilen aufgestellt und auch ein neuer Wirt fand sich. Außerdem wurde an dem Ort das Schießen auf Scheiben der Bürger der Stadt vom König wieder gestattet, dieses war um 1688, als die Stadt Landesfestung wurde und die Verteidigung dem Landesfürsten unterstand, untersagt. Kurze Zeit darauf entstand auch in der Nähe die Gaststätte "Reimerdes Höhe", aus der später das Restaurant "Zur Höhe" wurde. Der Hamelner Bürger Schlieker, der sich der Quelle um 1780 annahm und sie mit Quadersteinen einfasste und den Brunnen aufbaute, war Namensgeber des Ortes.

Ab 1857 (ab 1865 in städtischer Regie) wurden dort in einer Lachsaufzuchtanstalt, die mit Quellwasser gespeist wurde, Lachse gezüchtet, 165000 Lachse wurden im Jahr in der Weser ausgesetzt. Heute gibt es an gleicher Stelle eine Fischzucht für Forellen, bei der man Samstags vormittags frische geräucherte Forellen kaufen kann.

 In Hamelner Familien wurde von Generation zu Generation die Sage des Storchenbrunnen überliefert: Ein Storch aus der Tiefe des Brunnens sollte die Hamelner Kinder an das Licht der Welt bringen. Diese märchenhafte Darstellung verschaffte dem Brunnen schon im ausgehenden 17.Jahrhundert seinen heutigen Namen. Eine im Mauerwerk befestigte Puppe deutet noch heute auf die Sage. Zu ihr gehörte es auch, dass eine Tafel am Brunnen Kinder aufforderte, zum Wirt der Gaststätte "Schliekers Brunnen" zu laufen, Zuckerstücke zu holen und diese in die Tiefe des Brunnen zu werfen. Der Sage nach, bringt der Storch dann so viele Kinder wie Zuckerstücke geworfen wurden, in die Familie.

Im Jahre 2001 wurde der Brunnen, nach 1931 und 1953, zum dritten mal restauriert.

 
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